ab 22.12. 2011 im Kino: In guten Händen - Hollywoodstar Maggie Gyllenhaal in einem Film über Intimmassagen und die Erfindung des Vibrators
Schlaflose Nächte, Erschöpfung, tiefe Traurigkeit – damit hatten schon die gut situierten Damen aus London im ausgehenden 19. Jahrhundert zu kämpfen. Was heute die ganz normalen Leiden einer Frau sind, die ihr Leben zwischen Job, Kindern, Haushalt und Ehemann unter einen Hut zu bringen versucht, bezeichnete man seinerzeit als "Hysterie".
Die unter Hysterie leidenden Frauen bedurften im viktorianischen England einer ganz besonderen Heilmethode, die schließlich in der Erfindung des Vibrators gipfelte. Wie das genau vonstatten ging, erzählt die amerikanische Regisseurin Tanya Wexler in ihrem umwerfend komischen Spielfilm In guten Händen / Hysteria.
Alles beginnt mit den verzweifelten Frauen in der feinen Londoner Praxis von Dr. Robert Dalrymple (Jonathan Pryce). Als Hysterie- und vermeintlicher Frauen-Experte hat er es mit gut gefüllten Wartezimmern zu tun. Seine Heilmethode schlägt bei den Frauen voll ein. Bei ihm sind sie wahrlich in guten Händen. Dr. Dalrymple verpasst den Damen eine wohltuende, ölige und bis zur Verkrampfung führende Intimmassage. Bald wird er mit dem Ansturm nicht mehr fertig und stellt den ehrgeizigen jungen Arzt Mortimer Granville (Hugh Dancy) ein. Fortan ist es Mortimers Aufgabe, täglich an die Dutzend hysterischen Frauen zu "versorgen". Die älteren Damen sind genauso von ihm angetan wie Emily, die jüngere Tochter von Dr. Dalrymple (Felicity Jones). Doch weder die Verlobung mit Emily noch der zu Handkrämpfen führende neue Job macht Mortimer glücklich – gäbe es da nicht seinen alten Freund und Wissenschaftler Edmund St. John-Smythe (Rupert Everett) und Emilys emanzipierte Schwester Charlotte (Maggie Gyllenhaal), die Mortimers Weg komplett umzustülpen wissen.
Der offizielle deutsche Kino Trailer:






Kinobesuch
Der Film ist kurzweilig und unterhaltsam, hat einige Stellen an denen man laut lachen kann und ist darüber hinaus informativ. Im Besonderen wird herausgestellt, dass "Hysterie" eine meidizinisch ernsthafte Diagnose für jede Art von weiblichem Unmut darstellte, die erst 1952 aus den Lehrbüchern verschwand. Als probates Mittel Hysterie zu heilen erschien die Hysterektomie, also Gebärmutterentfernung, um die angebliche Wurzel allen Übels zu beseitigen. Die gesellschaftliche Gegenströmung mit der Durchsetzung von Frauenrechten war jedoch schon im Gange, und so fiel die Erfindung des Vibrators wohl auf fruchtbaren Boden. Tatsache scheint zu sein, dass es schon um 1880 eine Form der Yonimassage als medizinische Behandlungsmethode gegeben hat...
Clea
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